„Was schenken wir unseren Kindern?“ von Gerald Hüther/André Stern [Rezension]

  • Titel: „Was schenken wir unseren Kindern – Eine Entscheidungshilfe“
  • Autoren: Gerald Hüther und André Stern
  • Verlag: Penguin Verlag
  • Erscheinungsdatum: 23. September 2019
  • Format: Gebundenes Buch
  • Seiten: 80 Seiten
  • Preis: 10 EUR (Gebundenes Buch) und 9,99 EUR (Kindle)

Ich danke dem Penguin-Verlag sehr herzlich für mein Rezensionsexemplar!

Klappentext

Welche Geschenke brauchen unsere Kinder?

Die bekannten Entwicklungsforscher und Bildungsexperten Gerald Hüther und André Stern rufen zum Umdenken auf: Die meisten Geschenke sind fragwürdige Verführungen. Sie rauben Kindern die Kraft, ihre Begabungen zu entfalten und ihr Leben selbständig und eigenverantwortlich zu gestalten. Um zu lernen, wie das Leben geht, brauchen Kinder vor allem uns, nicht unsere Geschenke.

Die Autoren

Gerald Hüther ist einer der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands. Er hat zahlreiche Bestseller über Entwicklung und Potentialentfaltung geschrieben, hält Vorträge, berät Politiker und Unternehmen und ist häufiger Gesprächsgast in Rundfunk und Fernsehen. 2016 gründete er die Akademie für Potentialentfaltung. Er versteht sich als Brückenbauer zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis.

André Stern, Sohn des Forschers und Pädagogen Arno Stern, in Paris geboren und aufgewachsen, Musiker und Bestsellerautor, ist ein international gefragter Referent. Er leitet das Institut Arno Stern und ist einer der Protagonisten in Erwin Wagenhofers Film „Alphabet“.

Inhalt

Das Buch möchte beleuchten, was Kinder wirklich brauchen, um zu lebensfrohen, selbstbewussten und verantwortungsvollen Erwachsenen heranzureifen und um ihre Potentiale so gut wie möglich entfalten. Es soll eine Anregung dazu sein, darüber nachzudenken, was wir unseren Kindern schenken. Es klärt über die Verführungsmechanismen der Spielwarenindustrie auf und beleuchtet, warum wir Erwachsenen unseren Kindern überhaupt bestimmte (materielle) Dinge schenken. Und es gibt Anregungen, welche Dinge wir unseren Kindern stattdessen schenken sollten.

Meine Meinung

Ein sehr lesenswertes Buch, das zwar kurz ist, aber trotzdem sehr viele, sehr kluge Gedanken beinhaltet, die mein (Mutter-)Herz höher schlagen lassen. Wie beispielsweise, dass wir unseren Kindern einen „sicheren Hafen“ bieten sollten, statt sie mit Geschenken zu überhäufen. Dass es wichtig ist, unsere Kinder auf ihrem Weg zu begleiten und unser „Ich liebe dich“ nicht an Bedingungen zu knüpfen. Dass wir unsere Kinder eben annehmen sollen, wie sie sind. Dass wir sie akzeptieren und – mehr noch – uns an ihren Besonderheiten und Fähigkeiten erfreuen sollen.

Kinder spüren ganz genau den Unterschied, wenn ihnen jemand sagt, „ich hab dich lieb“ oder aber „ich hab dich lieb, weil du so bist, wie du bist“.

Die Autoren zeigen auf, welche Auswirkungen es haben kann, wenn man versucht, sein Kind zu „erziehen“, zu „belehren“, zu „bilden“ und den Selbstentfaltungsprozess des Kindes in eine bestimmte Richtung zu „lenken“ oder wenn wir ihnen ständig alle Probleme aus dem Weg räumen. Auch auf das umstrittene Thema „Loben“ wird eingegangen.

Kinder brauchen kompetente Begleiter, keine Belehrer, und sie brauchen Erwachsene als Vorbilder, nicht als Bewerter.

Ich glaube nicht, dass es für uns machbar sein wird, alle Lausemäuse, Siebenschläfer, Ninjagos, Peppas, Paw Patrols, Sams (und wie sie alle heißen…) aus dem Leben der Kinder zu verbannen und sie nur noch im Wald mit Stöcken und Steinen spielen zu lassen. Allerdings liefert das Buch tolle Denkanstöße in diese Richtung. Also, weg vom puren (und sinnlosen) Konsum und hin zu sinnvollen Geschenken und zu dem, was Kinder wirklich brauchen. Ich verrate an dieser Stelle nicht, was das ist, denn das Buch hat nur 74 Seiten und ist schnell gelesen. Nur ein Tipp: Was Kinder wirklich brauchen, kann man in keinem Laden kaufen.

Was die Spielwaren- und Süßwarenindustrie inzwischen global aufgebaut hat, ist die perfideste Verführungsmaschinerie, die es in der gesamten Menschheitsgeschichte bisher gab.

Eine persönlich Erfahrung möchte ich hier zu diesem Thema noch schildern: Mir missfällt schon lange die „Sitte“, bei Einladungen zu Freunden den Gastgeber-Kindern etwas mitbringen zu „müssen“. Denn wenn ich in die übervollen Kinderzimmer schaue, frage ich mich: Warum muss das sein? Und wenn ich sehe, wie meine eigenen Kinder mitgebrachte Geschenke nach kürzester Zeit nicht mehr beachten und sie in irgendwelchen Kisten verschwinden, um nie mehr herausgeholt zu werden, tut mir das einfach nur leid. Leid um die Mühe, leid um das Geld, leid um das Plastik (aus denen viele Spielsachen leider immer noch sind) und leid um meine Kinder, die teilweise vor lauter Spielsachen manchmal gar nicht mehr wissen, was sie überhaupt hervorholen sollen. Ich finde daher, dass es Zeit für ein Umdenken ist – auch ohne dass wir das Schenken an Weihnachten oder Geburtstagen sein lassen müssten. Aber man kann es doch begrenzen: Nur ein einziges Geschenk von den Großeltern. Gäste bitten, nichts für die Kinder mitzubringen. Und: In den Kinderzimmern einfach mal ausmisten.

Insgesamt lautet mein Fazit: Ein wirklich schönes, lesenswertes, kleines Buch. Und wenn ihr es kaufen möchtet, dann klickt einfach auf das Bild:

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Viel Spaß beim Lesen!

Eure Nadine xx

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